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Stadt Wassertrüdingen am Hesselberg  |  E-Mail: poststelle@wassertruedingen.de  |  Online: http://www.wassertruedingen.de

Geschichte

Ein Streifzug durch die Wassertrüdinger Geschichte
Stadtkirche

Wassertrüdingen ist eine Stadt, deren Eintritt in die Geschichte erst sehr spät durch Urkunden belegt wurde. Angesichts der Tatsache, daß der Ort nur 7 km hinter dem Limes, dem Grenzwall des römischen Reiches liegt, ist nicht auszuschließen, daß bereits zu jener Zeit erste Siedler hier lebten. Allgemein wird angenommen, daß die Stadt im 8. Jahrhundert von den Grafen von Truhendingen erbaut wurde. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus einem Reisebericht des Mönches Rudolfus, der im Jahre 836 auf der Rückreise von Rom nach Fulda durch "truth muntiga" kam. 996 wird ein Trohemotingen im Sualafeldgau des Gaugrafen Adelhard genannt. Eine Schenkungsurkunde Kaiser Heinrichs des III. aus dem Jahre 1053 an den Bischof Gebhard von Eichstätt nennt u. a. den Namen Trahemotingen. Unter den von Bischof Gundekar II. von Eichstätt geweihten Kirchen befindet sich in den Aufzeichnungen des Jahres 1058 auch der Name Trouchenmuntingen.

 

Wie viele Städte aus jener Zeit, stand auch Wassertrüdingen unter wechselnden  Herrschaftsverhältnissen.  So  gehörte  die  Stadt  im Jahre 1242 den benachbarten Grafen von Oettingen. Sie behielten die Stadt bis 1317 als Eigentum und anschließend bis 1362 als Lehen des Bischofs von Eichstätt. Im Anschluß daran wurden die Grafen von Oettingen wieder Eigentümer, verkauften Stadt und Burg Wassertrüdingen jedoch kurze Zeit später an Georg von Hohenlohe.

 

Aus dessen Besitz geriet Wassertrüdingen 1371 für 33.000 Pfund Heller an den Burggrafen Friedrich von Nürnberg und 1427 zum späteren Markgrafentum Ansbach.

 

Das Jahr 1525 brachte mit den Bauernkriegen Unruhen in die Stadt. Mit Hilfe des Wassertrüdinger Torwächters, gelang es den Bauern, in die Stadt einzudringen. Da die Bürger Wassertrüdingens der Bauernsache von Anfang an wohlgesonnen gegenüberstanden, blieb die Stadt vor Schäden bewahrt. Markgraf Casimir aus Ansbach stellte die alte Ordnung bald wieder her. 1536 schloß sich nach einigem Hin und Her der Ort der Reformationsbewegung an. Im 30-jährigen Krieg erlitt die Stadt so großen Schaden, daß sie sich selbst 150 Jahre später noch nicht ganz davon erholt hatte. Der schlimmste Tag in diesem Kriege war der 24. August 1634: Kaiserliche Truppen verübten schreckliche Grausamkeiten unter der Einwohnerschaft und brannten die Stadt schließlich nieder. Nur wenige Häuser blieben von den Flammen verschont. Rathaus und Dekanat mit sämtlichen Akten und Aufzeichnungen wurden ein Raub der Flammen. Der Wiederaufbau der Stadt ging nur langsam voran. Ab 1670 entstanden eine Notkirche, ein Rathaus, das Dekanat und ein kleines, notdürftiges Schulhaus. Erst 1740 konnte der Neubau der heutigen Stadtkirche unter dem in Wassertrüdingen geborenen, im Dienste des Markgrafen von Ansbach stehenden Baumeisters Johann David Steingruber, vollendet werden. Der letzte Markgraf Friedrich Carl Alexander trat 1791 sein Markgrafentum und damit auch Wassertrüdingen an König Wilhelm II. von Preußen ab.

 

 

Grossansicht in neuem Fenster: Törle

Bereits 1806 wurde Wassertrüdingen in das von Napoleon unterstützte Königreich Bayern aufgenommen. Die Napoleonischen Kriege brachten der Stadt durch Truppendurchzüge und Einquartierungen große Ausgaben und Kriegsschulden.

 

Am 30. September 1849 wurde Wassertrüdingen Bahnstation. Damit lag die Stadt an der damals einzigen Nord-Süd-Verbindung zwischen Hof und Lindau, der "König-Ludwig-Nord-Süd-Bahn".

 

1850 entstand das heutige Rathaus, ein stattlicher Sandsteinbau, bei dem viele Ideen des hellenistisch orientierten Königs Ludwig I. von Bayern aufgenommen wurden.14 Jahre später wurde die Schranne errichtet, in der über viele Jahre die städtische Sparkasse untergebracht war. 1865 erhielt Wassertrüdingen eine Präparandenschule. Diese war zunächst in der neu erbauten Schranne und ab 1905 in einem eigenen Schulgebäude untergebracht. Als die Schule 1924 aufgelöst wurde, bezog die Volksschule die leer stehenden Räume. Heute ist die ehemalige Präperandenschule ein Kulturzentrum.

 

Im ersten Weltkrieg blieb die Stadt von Zerstörungen verschont. Im 2. Weltkrieg aber wurde das Bahnhofsviertel noch in den letzten Kriegswochen von einem schweren Fliegerangriff betroffen. Die angerichteten Schäden sind längst behoben. Die Niederlassung des heute weltweit bekannten Schwarzkopf-Werkes und der allgemeine wirtschaftliche Aufschwung der Nachkriegsjahre brachte auch für Wassertrüdingen eine positive Entwicklung. Viele Heimatvertriebene, die als Folge der deutschen Gebietsverluste in die Stadt und ihre Umgebung gekommen waren, fanden Arbeit und ein neues Zuhause.

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