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Stadt Wassertrüdingen am Hesselberg  |  E-Mail: poststelle@wassertruedingen.de  |  Online: http://www.wassertruedingen.de

Umwelt und Gesundheit - Schimmelpilzbefall in Wohnräumen

Schimmelpilzbefall in Wohnräumen -  Was tun ?

Das Problem ist nicht neu: Feuchtigkeit in Wohnungen und daraus resultierende Schimmelbildung gibt es, seit Häuser gebaut werden. Die Ursachen hierfür sind vielfältiger Natur.


Im Zeitalter dichtschließender Fenster zur Energieeinsparung hat das Problem stark zugenommen: Immer häufiger kommt es in Wohnungen zu Schimmelpilzbefall.
 Von feuchten Wänden mit und ohne Schimmelpilzbefall in den Wohnräumen geht eine potentielle Gesundheitsgefahr aus.


 Die durch den Schimmel gebildeten Sporen gelangen vor allem über die Atemwege in den Körper. Dort können diese Substanzen die körpereigenen Abwehrreaktionen schwächen sowie Infektionen und leichte bis schwere allergische Beschwerden im Bereich der Atemwege verursachen.


Die Betrachtung der eventuellen gesundheitlichen Gefährdung läßt nur eine Schlußfolgerung zu: Mit der Entfernung des Pilzbefalls muß die Ursache festgestellt und beseitigt werden. Werden lediglich die sichtbaren Schimmelpilze beseitigt, handelt es sich nur um eine Maßnahme von "kosmetischer" Natur.


Wie kommt es zum Schimmelpilzbefall ?
Um die Ursachen für Schimmelpilzbefall zu verstehen, muß man wissen, daß die Luft in den Innenräumen meist wärmer ist und deshalb mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann als kalte Außenluft. Diese Feuchtigkeit muß wieder aus dem Raum herausgebracht werden. Dazu ist eine ausreichende Lüftung der Wohnung wichtig. Unter Umständen reicht dies alleine nicht aus.


Der in der warmen Innenraumluft gelöste Wasserdampf schlägt sich an den kältesten Stellen des Zimmers nieder. Bei Einfachverglasung sind dies in der Regel die Fensterscheiben, die dann beschlagen sind. Durch den Einbau energiesparender, dicht schließender und damit gut wärmedämmender Isolierverglasung verlagert sich das Problem. Besonders bei schlecht wärmegedämmten Häusern sind die Außenwände viel kälter als die anderen Wände. Nunmehr schlägt sich die Feuchtigkeit der Innenraumluft an den Außenwänden nieder. Die Fachleute sprechen davon, daß hier der Taupunkt unterschritten ist. Die feuchte Wand bildet schließlich einen guten Nährboden für die überall in der Luft vorhandenen Pilzsporen.


Kurzfristige Maßnahmen
Wenn nicht sofort mit den Sanierungsmaßnahmen begonnen werden kann, ist zu prüfen, ob die befallenen Stellen übergangsweise, möglichst ohne Staubverwirbelung, gereinigt und desinfiziert (80%iger Alkohol) werden können oder ob es Möglichkeiten gibt, die befallenen Stellen übergangsweise abzudecken, abzuschotten oder zu vernetzen. Auch für diese vorübergehende Maßnahmen müßen Schutzmaßnahmen beachtet werden. 

  • Schimmelpilze nicht mit bloßen Händen berühren - Schutzhandschuhe tragen; 
  • Schimmelpilzsporen nicht einatmen - Mundschutz tragen;  
  • Schimmelpilzsporen nicht in die Augen gelangen laßen - spezielle Staub-Schutzbrille tragen;  
  • nach den Sanierungsmaßnahmen duschen und Kleidung waschen;  
  • Lebensmittel und andere Gegenstände wie Kinderspielzeug und Kleidung sind vor der Sanierung aus dem Raum zu entfernen. 

Die Verwendung der häufig zitierten Essiglösung ist meist nicht sinnvoll, da viele Baustoffe und insbesondere Kalk eine Neutralisation bewirken und außerdem mit dem Essig organische Nährstoffe auf das Material gelangen.


Durch gezieltes Lüften und Heizen kann die Feuchtigkeit an der befallenen Stelle reduziert und ein weiteres Schimmelpilzwachstum eingeschränkt werden. Diese Maßnahme darf jedoch nur durchgeführt werden, wenn zuvor bereits vorhandene Schimmelpilzsporen entfernt worden sind.


Durch vermehrtes Lüften und Heizen sowie durch ein Abrücken der Möbel von Außenwänden kann die Gefahr von Taupunktunterschreitungen im Raum verringert und damit einem weiteren Schimmelpilzwachstum vorgebeugt werden. Auch diese Maßnahme ist nur sinnvoll, wenn zuvor bereits vorhandene Schimmelpilzsporen entfernt worden sind.


Ursachenbekämpfung
Die einzige Möglichkeit, die Entstehung von Schimmelpilzen dauerhaft zu verhindern, ist die Beseitigung  der Ursachen. Umfangreichere Maßnahmen  sollten allerdings immer in Absprache mit Fachleuten geschehen.


  • Hinweis: Wer jetzt oder künftig seine Fenster erneuern will, sollte gegebenenfalls erwägen, diese mit einem ausreichenden Zwangsbelüftungssystem (beispielsweise Lüftungsschlitze) auszustatten. 

Mieterinnen und Mieter müßen sich zur Beseitigung bautechnischer Ursachen an ihren Vermieter wenden. Auch sollten die eingeleiteten Maßnahmen durch gezieltes Wohnverhalten unterstützt werden, das heißt:

  •  3-4-mal täglich bei weit geöffneten Fenstern kurzzeitig lüften (meist genügen 3- 5 Minuten für einen vollständigen Luftaustausch) 
  • Die Räume so heizen, daß sie auch bei Nichtbenutzung nicht völlig auskühlen.  
  • Große Möbelstücke möglichst nicht an Außenwände stellen; wo unvermeidbar nur mit ausreichendem Abstand.
  • Schimmelpilze bilden sich bevorzugt hinter Schränken, Bildern, Vorhängen, also allen Bereichen mit einem mangelnden Luftaustausch. Hier sollte immer ein Abstand von mindestens 5 cm bis zur Wand gewahrt bleiben, damit die Luftzirkulation nicht unterbrochen wird.
  • Wichtig ist es auch, bei Möbelstücken darauf zu achten, daß zu Boden und Decke ein ausreichender Abstand besteht um die Luftzirkulation zu erhalten.  
  • Vermeidung unnötiger Luftbefeuchtung, z.B. beim Wäschetrocknen und nach dem Duschen immer ausreichend lüften. 

Für eventuell auftretende Fragen und zur Beratung stehen Ihnen die "Umweltmedizinische Beratungsstelle" beim Landratsamt Ansbach - Abteilung "Gesundheitsamt" (09 81/468-739) zur Verfügung.


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