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Stadt Wassertrüdingen am Hesselberg  |  E-Mail: poststelle@wassertruedingen.de  |  Online: http://www.wassertruedingen.de

Erfolgreiche erste Bürger-Informationsveranstaltung

Bürger-Info Gartenschau 2016, Foto: Peter Tippl

Am Montag, den 14. November 2016 hatten interessierte Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit sich bei der ersten Bürger-Informationsveranstaltung der Gartenschaugesellschaft „Natur in Wassertrüdingen 2019“ mbH zu informieren und erste Fragen rund um Planung und Umsetzung zu stellen. Rund 100 Gäste nahmen an der Veranstaltung im Bürgersaal teil und ließen sich von den drei Referenten auf den aktuellsten Stand bringen. Nach einer kurzen Begrüßung durch Bürgermeisterin Monika Breit, die noch einmal in aller Deutlichkeit betonte, dass das Interesse an der Gartenschau ungebrochen sei, stellten die Referenten der Reihe nach Ihre Arbeit vor.

Den Anfang machte Landschaftsarchitektin und Projektleiterin Katja Erke vom Planungsbüro planorama aus Berlin, die den damaligen Wettbewerb für sich entscheiden konnte. Ihre Vorstellung drehte sich vor allem um die Daueranlagen, die den Bürgern auch nach der Gartenschau zur Verfügung stehen werden. Das Konzept für die Gartenschau in Wassertrüdingen umfasst zwei Gelände: den Wörnitzpark und den Landschaftspark Klingenweiher, auch Klingenweiherpark genannt. Im Wörnitzpark greifen in erster Linie Veränderungen, die an den Hochwasserschutz gebunden sind. Das Wasserwirtschaftsamt (WWA) fordert seit langem einen Hochwasserschutz, um Beschädigungen der Altstadt durch ein Jahrhundert-Hochwasser zu verhindern. Diese Vorgabe wird nun durch einen Deich gelöst, der sich ins Landschaftsbild einpasst. Außerdem kommt es im Rahmen des Hochwasserschutzes auch zu einer Verlegung des Mühlbaches und der damit verbundenen Schaffung einer Halbinsel sowie eines alleinstehenden Mühlweihers. Eine Erweiterung des Wohnmobilstellplatzes und ein neuer Fußweg entlang der alten Stadtmauer – vom Sonnenuhrenpark kommend – sind geplant. Der Festplatz wird mit einer neuen Wegestruktur versehen und bietet neben dem bekannten Verkehrsübungsplatz eine vielseitige sportliche und spielerische Nutzung. Die Heubrücke erhält einen Aussichtspavillon, der den Blick in die Wörnitzauen ermöglicht und als neues „Stadttor“ fungieren soll. Eine weitere Maßnahme ist den Schlossgraben des alten Wasserschlosses wieder für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen und hier einen Ort der Inklusion zu schaffen.
Im Landschaftspark Klingenweiher wird behutsam in den alten Bestand eingeriffen und der Großteil bleibt erhalten. Ein wichtiger Punkt ist jedoch die Schließung der Deponie, die schon seit Jahren von Seiten des Landratsamtes gefordert wird. Eine Grüngutannahme/Erdaushub soll weiterhin bestehen und eine Wertstoffannahme soll geschaffen werden, um größere Fahrtwege für die Wassertrüdinger zu vermeiden. Der 15 Meter hohe Deponiehügel soll als Aussichtspunkt auf dem Gelände dienen und durch den sogenannten „Weihersteig“ begehbar werden. Der Weihersteig arbeitet sich von der „Teichrose“ am ersten Klingenweiher über das Gelände bis hinauf zur „Bergrose“ auf der Deponie. Neben diesem teilweise stegähnlichen Wegverlauf gibt es auch ein Parkwegenetz, welches Rundwege ermöglicht. In diesem Gelände ist es wichtig Bestehendes zu integrieren: so werden die Streuobstwiese, der Bestand der Imker oder die Biotope entlang der Weiher nicht angerührt. Die Streuobstwiese soll durch eine Moststation mit Picknickmöglichkeit erweitert werden. Die Station ist ganzjährlich als Raststation für Radfahrer und Aussichtspunkt nutzbar.

Im Anschluss an die Vorstellung der Daueranlagen gab Robert Sitzmann, Geschäftsführer der Natur in Wassertrüdingen 2019 GmbH einen kurzen Einblick in die Durchführungsphase und den momentanen Zeitplan. Die Gelände Wörnitzpark und Klingenweiherpark werden während der Gartenschau kostenpflichtig sein, der Haupteingang befindet sich am Wörnitzpark. Die Parkplätze werden nördlich der Kläranlage geschaffen. Diese Fläche wird außerdem als Ausweichmöglichkeit für diverse Veranstaltungen wie das traditionelle Volksfest oder das Afrika-Karibik-Fest genutzt. Der Zeitplan sieht die ersten Rodungsmaßnahmen für Januar 2017 vor, danach kann am Klingenweiherpark mit den ersten Baumaßnahmen begonnen werden. Im Anschluss folgt der Wörnitzpark, dessen Baumaßnahmen an das WWA und den Deichbau gebunden sind. Alle Baumaßnahmen müssen bis März 2019 abgeschlossen werden, bevor die Gartenschau am 24. Mai 2019 offiziell eröffnet.
Frau Rott-Schöwel, Prokuristin und langjährige Mitarbeiterin bei der Landesgartenschaugesellschaft in München gab den Leitgedanken der Gartenschau in Wassertrüdingen an die Zuhörer weiter. So spielen in der „kleinsten Gartenschaustadt Bayerns“ Regionalität, Werte, Entdecken, Verbundenheit, Miteinander und Gastfreundschaft eine wichtige Rolle. Auch die Schatz-Truhe und das Thema Wasser sind maßgebend. Der endgültige Leitfaden „Gartenschau der Heimatschätze“ ist somit leicht erklärt. Um die Heimatschätze herausarbeiten zu können, sind Ideen und Vorschläge von Seiten der Bürger gefragt. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt, Meldungen werden ab sofort entgegen genommen.

Robert Sitzmann gab abschließend einen kurzen Einblick zu den Beiträgen und Beteiligungen während der Gartenschau. Hier zeigten bereits die umliegenden Landkreise Weißenburg-Gunzenhausen und Donauwörth ihr Interesse. Auch der Landkreis Ansbach sowie der Bezirk Mittelfranken werden sich mit einem Beitrag präsentieren. Dazu kommen die unterschiedlichen Gartenbauverbände- und vereine. Wichtiger Bestandteil der Gartenschau sind außerdem die Friedhofsgärtnerei, die Blumenhalle mit 8-9 Wechselausstellungen und der Garten- und Handwerkermarkt. Hierzu finden mit den betroffenen Trägern schon erste Gespräche statt. Von Seiten der Gartenschau ist eine Einbindung der bestehenden Sehenswürdigkeiten wie beispielsweise der Friedhofsarkaden entlang des Weges gewünscht. Auch die Gastronomie spielt während der Gartenschau eine wichtige Rolle: die Einbindung der örtlichen Restaurants und Gaststätten ist von Seiten der Gartenschau gewünscht und wird auch dementsprechend unterstützt. Die Wegeführung durch die Innenstadt setzt hier ein erstes Zeichen. Ein Cateringbetrieb ist allerdings unumgänglich um größere Gruppen verköstigen zu können. Für das umfangreiche Programm, welches sich teilweise auch bis in die Abendstunden erstreckt, werden Vereine und Verbände aufgerufen, sich zu beteiligen. Von Tanzgruppen über musikalische Beiträge ist alles denkbar. Ab Herbst 2018 soll es dann für alle die Möglichkeit geben sich zum Gartenschauführer ausbilden zu lassen. Die Ausbildung läuft über die Gartenschau und beinhaltet neben den wichtigsten Fakten zur Gartenschau selbst und dem Gelände auch einen Teil der Stadtgeschichte. Der Touristikservice wird weiterhin als Vermittler fungieren.
In einer letzten Information wurde darauf hingewiesen, dass die Gartenschau ab sofort online und auf Facebook präsent ist.

Nach den Vorstellungen gab es noch genug Zeit zum Beantworten der zahlreichen Fragen. Einige Anwohner äußerten sich zu den geplanten Baumaßnahmen und erhielten hier die gewünschten Antworten. Diskutiert wurde außerdem über den Aussichtspavillon, dessen moderne Architektur sich laut einiger Bürger nicht in das Gesamtbild der historischen Altstadt einfügt. Hier wurde verdeutlicht, dass eine klare Abgrenzung zum historischen Wasserschloss gewünscht ist und das Gebäude vor allem einen funktionalen Nutzen hat. Auch die geplante Sanierung und künstlerische Erweiterung der Stadtmauer wurde angesprochen. Durch die Perfektion der Sanierung verliert das historische Bauwerk an Charme. Hier muss über die konkrete Umsetzung noch gesprochen werden. Die Planungen zum Spielplatzkonzept sind noch nicht abgeschlossen, auf jeden Fall ist ein dezentrales Konzept geplant.
Die Veranstaltung war ein großer Erfolg und zeigte deutlich, dass das Interesse von Seiten der Bürger da ist, aber auch das ein großer Zusammenhalt innerhalb der Stadt herrscht. Die Natur in Wassertrüdingen 2019 GmbH freut sich auf die kommenden Jahre in der Hesselbergstadt und ist gespannt auf die vielen Ideen und Vorschläge von Seiten der Bürgerschaft.

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